Wenn vor der Hochzeit Zweifel aufkommen

Nur noch wenige Wochen oder sogar Tage bis zum grossen Fest. Die Gäste sind eingeladen, das Kleid ausgelesen, Fotograf und Restaurant sind gebucht, Coiffuretermin festgelegt...
Alles perfekt – und doch im Zweifel
So weit so gut. Wenn nur die Zweifel nicht wären. Ist es wirklich der richtige Partner, den ich heirate? Ein Leben lang, bis dass der Tod uns scheidet? Nerven mich die Macken meines Partners nicht bereits jetzt – und dann erst in einigen Jahren? Was, wenn es doch noch jemanden gibt, der besser zu mir passt? Eine Heirat ist ja schliesslich eine Entscheidung mit bedeutender Tragweite. Eine Entscheidung, die das eigene Leben beträchtlich prägt und beeinflusst. Freundeskreis, Familie, Wohnort, Lebensstil, Finanzen, Gesprächskultur, Art der Alltags- und Freizeitgestaltung, Ferien... – später vielleicht die Kindererziehung, Träume für die Zeit nach der Pension etc. So Vieles wird von der Partnerwahl für mein eigenes Leben mitbestimmt.
Normal?
Die Zweifel vor der Hochzeit sind wohl normal und gerechtfertigt. Und Hand aufs Herz, wohl so mancher könnte von solchen Zweifeln vor der Hochzeit berichten. Fragen Sie bei Freunden nach und Sie werden erstaunt sein!
Wie damit umgehen?
Doch wie geht man damit um? Stehen Sie zu Ihren Gefühlen, zu den Unsicherheiten, Fragen und Ängsten. Reden Sie mit Ihrem Partner darüber, vielleicht geht es ihm gleich. Oder er kann Sie zumindest verstehen, Ihnen Ihre Ängste nehmen, indem er Ihnen seine Liebe zeigt, an Ihren Gefühlen teilnimmt. Oder fragen Sie Ihre bereits verheiratete Freundin um Rat. Suchen Sie jemanden, der Sie versteht, der das Gleiche durchmacht oder durchgemacht hat.

Diese Zweifel sind normal und es zeugt von einer Stärke, sich ihnen zu stellen. Versuchen Sie herauszufinden, was genau in Ihnen die Zweifel auslöst. Hatten Sie schon immer Mühe Entscheidungen zu treffen? Was schätzen Sie an Ihrem Partner? Worauf können Sie sich verlassen? Welche Wünsche, Träume, Gemeinsamkeiten verbindet Sie? Welche Charakterzüge schätzen Sie an ihrem Partner? Wo sehen Sie sich in 15 Jahren, gemeinsam mit Ihrem Partner?

Bestimmt gibt es viele Punkte, gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Wertvorstellungen, auf die Sie sich berufen und verlassen können – ein Fundament, das sie gemeinsam trägt. Führen Sie sich diese Punkte ganz konkret vor Augen, notieren Sie die Punkte, die für Ihre Beziehung sprechen - das gibt ein gutes Gefühl und Sicherheit – Bestärkungen, die Ihnen zeigen, warum Sie Ihren Partner Lieben und heiraten möchten.

Auf diese Notizen können Sie auch später zurückgreifen, wenn mal eine Beziehungskrise aufkommt. Lampenfieber gehört dazu. Spätestens am Tag Ihrer Hochzeit werden Sie die Nervosität vergessen und den gemeinsamen Weg mit Ihrem Partner geniessen.
...wenn es doch (noch) nicht passt
Vielleicht merken Sie aber auch, dass Sie Ihren Partner tatsächlich noch zu wenig lange und gut kenne, als dass Sie mit einem guten Gefühl in die Ehe starten könnten? Überlegen Sie sich, in welchen Bereichen sie noch offene Fragen haben, in welchen Themen Sie Ihren Partner noch zu wenig gut kennen.

Wie schätzen Sie Ihn ein? Wie wichtig ist Ihnen der Punkt, an dem Sie zweifeln? Könnten Sie auch damit leben, wenn Ihr Partner darüber ganz anders denkt als Sie? Wenn Sie merken, dass Ihnen Ihre Hochzeit grosse Angst bereitet, für Sie noch viele Fragen betreffend der Partnerschaft und Zukunft offen und ungeklärt sind, Sie am liebsten davon laufen und sich verstecken würden – dann seien Sie ehrlich zu sich selbst.

Niemandem sind Sie das mehr schuldig als sich selbst und Ihrem zukünftigen Ehepartner. Tun Sie Nichts, was von Ihnen erwartet wird, Sie aber im Grunde (noch) nicht wollen. Versuchen Sie offene Punkte zu klären, Antworten zu finden, suchen Sie das Gespräch – mit Freunden, dem Partner, der Familie oder sogar mit einer Fachperson. Notfalls bitten Sie Ihren Partner um Aufschub der Hochzeit und Bedenkzeit – schämen Sie sich nicht dafür, Sie sind nicht der Erste und nicht der Letzte, der so etwas tut. Hören Sie auf sich und Ihr Herz.

Es ist für alle Beteiligten besser erst dann eine Hochzeit zu feiern, wenn sich beide Brautleute sicher sind. Es gibt keine Gründe, die für eine Hochzeit unter Zweifeln sprechen. Denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Zweifel vor der Hochzeit verschwinden durch die Hochzeit nicht von selber. Sie bleiben bestehen und können Ihre Beziehung beeinträchtigen. Eine Ehe unter diesen Voraussetzungen steht unter einem schlechten Zeichen.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – Ihre Hochzeit kann auch noch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden und zu einer glücklichen und lebenslangen Ehe führen.
Blog-Eintrag erwünscht
Wurden auch Sie vor Ihrer Hochzeit von Ängsten geplagt? Wie haben Sie sich verhalten, wie haben Sie sich entschieden? Berichten Sie uns und anderen Paaren von Ihren Erfahrungen und machen Sie einen Eintrag auf unserem Blog.
Bericht: PD