Ehe, Hochzeit, Partnerschaft, international

Jahr für Jahr heiraten nicht nur hierzulande Tausende Paare – mit den unterschiedlichsten Sitten und Gebräuchen versteht sich. Doch ganz gleich, ob es die indische, als bunte und verspielte, oder aber die japanische Heirat, bei der die Braut gleich drei Hochzeitskleider im Wechsel trägt sein soll: die Heirat wird in allen Herren Länder ganz groß geschrieben. Kein Wunder, schließlich gilt das Spektakel, mit dem sich Braut und Bräutigam ihre gegenseitige Liebe schwören, als der "schönste Tag des Lebens" einer jeden Frau und jeden Mannes – oder sollte es zumindest. Damit auf den großen Tag samt Ringaustausch und Polterabend auch tatsächlich ein Bund fürs Leben folgt, gilt es, eine ganze Reihe an Besonderheiten zu beachten.
Rechtliche Stolpersteine auf dem Weg zum Glück
Neben den ohnehin schon zahlreichen Fallstricken, die vor, bei und nach der Eheschließung zu meistern sind (Stichwort Steuern), gibt es noch eine ganze Reihe unvorhergesehener Punkte, die für unvorbereitete Paare für Überraschung sorgen können. Insbesondere sobald sich binationale Paare das Ja-Wort geben möchten. Dies gilt ganz besonders für eine Heirat zwischen Europäern und Nichteuropäern, denn fernab von Visum & Co. müssen zahlreiche bürokratische Bestimmungen beachtet werden. Bis sich die diversen Behörden und deren entsprechenden Auslandsvertretungen in allen Punkten einig sind, können gut und gerne eineinhalb Jahre vergehen! Dies gilt statistisch zwar vor allem für Paare, deren Lebenspartner aus Nigeria, Kolumbien, Pakistan, Sri Lanka oder der Demokratischen Republik Kongo stammen. Aber auch alle anderen Personen außerhalb der Europäischen Union haben mit einem zeitraubenden Verwaltungsprozess zu rechnen.
Möchte man dieses Verfahren nicht ohne rechtlichen Beistand angehen kann man sich hierbei durch eine Anwaltskanzlei unterstützen lassen. Dies hilft bei der Stringenz des eigenen Vorgehens und sorgt für Respekt auf der Gegenseite. Zum Standardprogramm gehören nämlich nicht nur die Einholung von Geburtsurkunde, Personalausweis, einer gültigen, lokalen Meldebestätigung sowie, falls schon einmal eine Ehe bestand, eines rechtskräftigen Scheidungsurteils. Auch ein gültiger Reisepass, eine Aufenthaltsgenehmigung des Gastlandes und ein Ehefähigkeitszeugnis gelten als Pflichtdokumente, die ausschließlich im Heimatland zu beantragen sind. Insbesondere mit dem benannten Ehefähigkeitszeugnis, auch Ledigkeitsbescheinigung genannt, tun sich hierbei zahlreiche internationale Behörden schwer, da es ein solches Dokument in vielen Ländern überhaupt nicht gibt und erst ein individueller, vergleichbarer Ersatz erstellt werden muss, der nachfolgend von deutschen Behörden Anerkennung findet.
Sind diese Punkte einmal abgearbeitet und kann der Lebenspartner schließlich einreisen, folgt der nächste Schritt auf dem Weg zur immer noch fern erscheinenden Hochzeit. Sämtliche Urkunden benötigen nun eine Übersetzung mit Beglaubigung durch einen vereidigten Fachübersetzer. Ob der Menge der zu übersetzen Dokumente ist hierbei mit nicht unerheblichen Kosten zu rechnen. Die große Auswahl an Übersetzungsdiensten über das Internet sollte hierbei aber für gute Vergleichsangebote sorgen. Ist dieses Pflichtprogramm schließlich abgearbeitet, sind alle Papiere eingereicht und abgenommen kann es zur Hochzeitsplanung übergehen. Und diese beginnt, große Überraschung, mit möglichen weiteren Kosten.
Kann der Lebenspartner keine Sprachkenntnisse der Niveaustufe B1 nachweisen, muss zur Trauung ein Dolmetscher gebucht werden. Auch wenn der Kontext nach bereits durchlaufendem Prozess unzweifelhaft und die entscheidende Antwort zwischen ein und drei Worten beträgt. Es ist gesetzlich vorgeschrieben.
Planung ist Alles
Hat man schließlich rechtlich, nach vielen Wochen der Vorbereitung, für die nötigen Voraussetzungen gesorgt, kann es schließlich zur Hochzeitsplanung übergehen. Hierbei sollten sich Paare stets klarmachen, dass es auf den eigentlichen Akt und eben nicht auf die Brenndauer der Kerzen oder die Form der Sektgläser ankommt. Hilfe können hier einerseits professionelle Hochzeitsplaner bieten, doch wer über einen engen Freundeskreis verfügt, kann meist auch dort nützliche Unterstützung finden. Werden die groben Vorstellungen mit den Vertrauten abgesprochen, so können sich jene um die Feinheiten kümmern und die "Stars" des Tages das gebotene Programm schließlich einfach nur genießen. Verdient wäre es.
Bericht: ZVG