Dass ich ihre Trauzeugin war, hat unsere Freundschaft zerstört
Viel Planung, Organisation und für einige ein «purer Stress». Verschiedene Trauzeuginnen aus der Community erzählen von ihren Erfahrungen.
Die Sommermonate gelten als die Zeit für Hochzeiten. Schönes Wetter, coole Locations und ein Paar, das seine Liebe feiern will. Dass das überhaupt möglich ist, ist oftmals jemand anderem zu verdanken. «Willst du meine Trauzeugin sein?» – genau mit dieser Frage beginnt diese Planungsarbeit.
Was für viele anfangs nach einer Ehrensache klingt und sofort mit «Ja» beantwortet wird, ist für andere der Beginn einer anstrengenden und freundschaftsschädigenden Phase. Vier Frauen aus der 20-Minuten-Community erzählen von ihren Erfahrungen als Trauzeuginnen.
Monatliche Hochzeitssitzungen und Stressausschläge
«Es war Stress pur», erzählt die 31-jährige C. Im Juni heiratete ihre beste Freundin. Anfangs sei die Aufgabe als Trauzeugin für sie eine «grosse Ehre» gewesen. Ihre Freundin habe noch gemeint: «Wir brauchen nicht viel, nur dass du am Tag für uns da bist.» Doch schnell habe C. gemerkt: «Sie hatte völlig übertriebene und amerikanische Vorstellungen von Hochzeiten. So, wie sie in Hollywood gefeiert werden.»
«Einmal pro Monat gab es eine Hochzeitssitzung. Ich musste jedes Mal zwei Stunden pro Weg dafür fahren.» Für sie als arbeitendes Mami sei dies schwierig gewesen. Wenn man einmal nicht konnte, habe Funkstille geherrscht, bis man sich entschuldigt habe, erzählt sie. Bereits ab der zweiten Hochzeitssitzung habe sie gemerkt, wie viel eigentlich von ihr erwartet werde. «Ich habe mir auch überlegt, einfach alles hinzuschmeissen und zu sagen: ‹Mach deinen Scheiss selber.›» Das tat sie jedoch nicht.
Ab der dritten Sitzung habe sich ihr psychischer Zustand zunehmend verschlechtert: «Ich habe mich oft mit meinem Mann gestritten, mit meinen Freunden habe ich nur noch über die Hochzeit gesprochen, ich hatte schlaflose Nächte und Stressausschläge. Diesen Stress habe ich zunehmend auch bei meiner Tochter rausgelassen.»
«Ich habe den ganzen Tag geweint»
Nachdem C. das Gespräch mit der Braut gesucht hatte, habe diese nur gemeint: «Ich will ja gar nicht viel von dir.» Am Hochzeitstag selbst habe C. zwar viele Komplimente für die Organisation erhalten, trotzdem sei es extrem stressig gewesen. «Ich war von 5 Uhr morgens bis 4 Uhr morgens auf den Beinen.» Am nächsten Tag sei alles zusammengebrochen: «Ich habe den ganzen Tag geweint.»
Danach habe sie sich stark von ihrer Freundin distanziert. Für C. zeigt die Erfahrung, wie krass die Erwartungen an Trauzeuginnen gestiegen sind: «Früher konnte man für einen Junggesellinnenabschied einfach einen coolen Abend organisieren, heute muss man ja schon fast eine Reise planen.»
Wie wichtig ist ein klarer Zeitplan für den Hochzeitstag selbst?
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